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Es muß nun dahin kommen, daß sich der Mensch durch selbsterteilte Sündenvergebung in seinem Ungehorsam verstockt, daß er vorgibt, das Gute und das Gebot Gottes nicht erkennen zu können. Es sei zweideutig und lasse mancherlei Auslegungen zu. Das anfänglich noch klare Wissen um den Ungehorsam verdunkelt sich mehr und mehr und wird zur Verstockung. Hier hat sich der Ungehorsame selbst so verfangen und verstrickt, daß er das Wort nicht mehr hören kann. Hier kann in der Tat nicht mehr geglaubt werden.

It is now the case (lit: it must now come there) that the person through self-declared forgiveness of sins, becomes hardened in his disobedience, that he pretends not to be able to recognise the good and the commandments of God. It is ambiguous and is open to manifold interpretations. The initially still clear knowledge of disobedience darkens itself more and more and becomes hardening. Here the disobedient person has so caught and entangled himself, that he no longer can hear the Word. Here, indeed, it can no longer be believed.

Es wird sich dann zwischen dem Verstockten und dem Seelsorger etwa folgendes Gespräch ergeben: „Ich kann nicht mehr glauben.“ – „Höre das Wort, es wird dir gepredigt!“ – „Ich höre es, aber es sagt mir nichts, es bleibt mir leer, es geht an mir vorbei.“ – „Du willst nicht hören.“ – „Doch, ich will.“ –

There is then, between the hardened person and pastor (lit: soul carer), the following conversation:

“I cannot believe any more.”

“Hear the Word, it is preached to you!”

“I heard it, but it says nothing to me, it remains empty to me, it goes past me.”

“You do not want to hear.”

“Yes, I want to.”

Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem das seelsorgerliche Gespräch meist abbricht, weil der Seelsorger nicht weiß, woran er ist. Er kennt nur den einen Satz: Nur der Glaubende ist gehorsam. Mit diesem Satz vermag er dem Verstockten nicht mehr zu helfen, der eben diesen Glauben nicht hat und nicht haben kann.

Now the point is reached where the pastoral conversation usually breaks off, because the pastor does not know, where he is. He knows only the first statement: “only the believer is obedient.” With this statement he is no longer able to help the hardened, who this very belief does not have, and cannot have.

Der Seelsorger meint also schon hier vor dem letzten Rätsel zu stehen, daß Gott dem einen den Glauben schenkt, den er dem anderen versagt. Mit diesem Satz wird dann kapituliert. Der Verstockte bleibt allein und beklagt resigniert weiter seine Not. Aber gerade hier liegt der Wendepunkt des Gesprächs. Die Wendung ist eine totale. Es wird nicht mehr argumentiert, die Fragen und die Nöte des Anderen werden nicht mehr letztlich ernstgenommen, dafür um so mehr der Andere selbst, der sich hinter ihnen verbergen will.

So the pastor already says he is faced with the ultimate riddle, that God gives faith to one, that he denies to the other. With this sentence, capitulation is then made. The hardened person remains alone and continues to lament in resignation his mesery. But here lies precisely the turning-point of the conversation. The turnaround is total. There is no more argumentation, the questions and the needs of the other are no longer ultimately taken seriously, but all the more the other person himself, who wants to hide behind the [questions].

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