Donnerstag.


Das zweite ist dies: Auch dieser Ruf in die Nachfolge bedarf noch einer Klärung, um unmißverständlich zu sein. Es muß dem Jüngling unmöglich gemacht werden, die Nachfolge selbst wiederum als ethisches Abenteuer, als absonderlichen interessanten, aber gegebenenfalls doch noch revozierbaren Weg und Lebensstil mißzuverstehen.

The second [thing to note about Mk 10:22] is this: even this call to discipleship also needs clarification, in order to be unmistakable. It must be made impossible for the young man, to misunderstand discipleship itself as an ethical adventure, as a peculiar interesting but possibly even still a reversible way and lifestyle.

Die Nachfolge wäre auch dann noch mißverstanden, wenn der Jüngling sie als einen letzten Abschluß seines bisherigen Tuns und Fragens ansehen könnte, als eine Addition des Vorangegangenen, als Ergänzung, Vervollständigung, Vervollkommnung des Bisherigem. Es muß darum zur unmißverständlichen Klärung eine Situation geschaffen werden, die es nicht zuläßt, daß man hinter sie wieder zurück kann, eine unrevozierbare Situation, und zugleich muß in ihr deutlich werden, daß sie keineswegs nur eine Ergänzung des Bisherigen ist.

Discipleship would still be misunderstood, if the young man could perceive it as a final conclusion to his previous actions and questions, as an addition to what has gone before, as a supplement, completion, perfection of what has previously happened. Therefore, for the unmistakable clarification, a situation must be created which does not allow that one goes back behind, an irreversible situation, and at the same time must become clear that it is by no means only only an addition to what has gone before.

Diese erforderte Situation wird geschaffen durch die Aufforderung Jesu zur freiwilligen Armut. Sie ist die existentielle, die seelsorgerliche Seite der Sache. Sie will dem Jüngling helfen, endlich recht zu verstehen und recht gehorsam zu sein. Sie entspringt der Liebe Jesu zu dem Jüngling. Sie ist nur das Zwischenglied zwischen dem bisherigen Weg des Jünglings und der Nachfolge. Aber sie ist – wohlgemerkt – nicht identisch mit der Nachfolge selbst, sie ist nicht einmal der erste Schritt in der Nachfolge, sondern der Gehorsam, in dem Nachfolge erst wirklich werden kann. Erst soll der Jüngling hingehen, alles verkaufen und den Armen geben, und dann kommen und nachfolgen. Das Ziel ist die Nachfolge, der Weg in diesem Falle die freiwillige Armut.

This required situation is created by Jesus’s call to voluntary poverty. It is the existential, the pastoral side of the matter. It will help the young man, finally to understand rightly and to be rightly obedient. It springs out from the love of Jesus for the young man. It is only the connecting link between the previous way of the yonug man and discipleship. But it is – mind you – not identical with discipleship itself, it is not even the first step in discipleship but rather the obedience in which discipleship can only become real. First the young man is to go, sell everything and give to the poor, and then to come and to follow. The goal is discipleship, the way in this case voluntary poverty.

Und das dritte: Jesus nimmt die Frage des Jünglings, was ihm noch fehle, auf. „Willst du vollkommen sein,…“ das könnte den Anschein erwecken, als werde hier tatsächlich von einer Hinzufügung zum Bisherigen geredet. Es ist auch eine Hinzufügung, in deren Inhalt aber bereits die Aufhebung alles Bisherigen beschlossen ist. Der Jüngling ist eben bisher nicht vollkommen; denn er hat das Gebot falsch verstanden und falsch getan. Er kann es jetzt nur recht verstehen und recht tun in der Nachfolge, aber eben auch hier nur, weil Jesus Christus ihn dazu beruft. Indem er die Frage des Jünglings aufnimmt, entwindet er sie ihm. Der Jüngling fragte nach seinem Weg zum ewigen Leben, Jesus antwortet: Ich rufe dich, das ist alles.

And the third: Jesus takes the question of the young man, what do I still lack? “You wish to be complete” This could give the impression that we are actually talking about an addition to what has gone before. It is also an addition, but in its content, already the abolition of all that has gone before has been decided. The young man is not yet perfect, for he has falsely understood and falsely acted. He can now only understand it rightly, and do it rightly in discipleship, but here too only because Jesus Christ calls him to it. By taking up the question of the young man, he takes it from him. The young man asked about his path to eternal life, Jesus answered: “I call you, that is all.”

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