Warum irrt der Junger? Why is the rich young ruler (Matthew 19:16-22) mistaken?


Die Frage nach dem ewigen Leben ist dem Jüngling eine Frage, über die er mit einem „guten Meister“ zu sprechen und zu diskutieren wünscht. Aber schon hier stellt sich ihm das Wort Jesu in den Weg: „Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott.“ Die Frage hat schon sein Herz verraten. Er wollte mit einem guten Rabbi über das ewige Leben reden, jetzt bekommt er zu hören, daß er in Wahrheit mit dieser Frage nicht vor einem guten Meister, sondern vor Gott selbst steht. Er wird also keine Antwort vom Sohne Gottes empfangen, die etwas anderes wäre, als der klare Hinweis auf das Gebot des einigen Gottes. Er wird keine Antwort eines „guten Meisters“ empfangen, die zu dem offenbaren Willen Gottes noch eine eigene Meinung hinzufügte.

The question about eternal life is to the young man a question over which he wishes to speak and to discuss. But already here the word of Jesus stands in the way: “Why do you call me good? No one is good except the only God.” The question has already betrayed his heart. He wants to talk with a good rabbi about eternal life, he even comes to realise [lit: hear], that he in truth, with this question, stands not before a good master but rather before God himself. He will thus receive no answer from the Son of God, that would be anything other than the clear reference to the commandment of the one God. He will not receive a “Good master”’s answer, which adds to the revealed will of God even one’s own meaning.

Jesus weist auf den allein guten Gott von sich weg und bewährt sich gerade darin als der vollkommene gehorsame Sohn Gottes. Steht aber der Frager vor Gott selbst, so ist er zugleich ertappt als einer, der auf der Flucht war vor dem offenbaren Gebot Gottes, das er ja selbst kennt. Der Jüngling weiß ja die Gebote. Aber dies eben ist seine Lage, daß er sich nicht mit ihnen zufriedengeben kann, daß er über sie hinaus will. Seine Frage ist durchschaut als die Frage einer selbsterdachten und selbsterwählten Frömmigkeit.

Jesus points to the only good God away from himself and proves Himself precisely in this as the perfect obedient Son of God. But when the questioner stands before God himself, he is at the same time caught as one, who was on the escape from the revealed commandment of God, which he himself knows. The young man knows the commands. But this is his very situation, that he cannot even be satisfied with them, that he wants [to go] over them. His question is seen through as a question of a self-made and self-selected piety.

Warum hat der Jüngling nicht genug an dem offenbaren Gebot? Warum tut er, als wüßte er nicht längst die Antwort auf seine Frage? Warum will er Gott beschuldigen, er habe ihn in dieser entscheidenden Frage des Lebens in Unwissenheit gelassen? So ist der Jüngling bereits gefangen und vor Gericht gezogen. Er wird von der unverbindlichen Frage nach dem Heil zurückgerufen zum schlichten Gehorsam gegen die offenbaren Gebote.

Why has the young man not enough from the revealed commandment? Why does he, act as he does not know the answer to his question? Why would he blame God [that] he had left him in this decisive question of life in ignorance? Thus the young man is already trapped and drawn before judgement. He is called back from the uncommittal question about salvation, to simple obedience to the revealed commandments.


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